Hallo,
ich hab da ein Problem mit den Gesängen der beiden Tettigonien, vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen?
Untertags sind diese beiden ja für gewöhnlich nicht besonders schwierig auseinander zu halten: viridissima mit dem durchgehenden Gesang, bei dem die einzelnen Tonstöße gut aufzulösen sind, cantans hingegen mit dem anschwellenden und kurz danach wieder abebbenden (ab-ebbenden;), schnellerfrequenten Gesang.
In ihrem Nachtgesang klingt dann ja cantans sehr ähnlich der viridissima - also auch lange durchgehend.
So weit, so gut - dass sie in der Nacht nicht leicht zu unterscheiden sind, ist ja bekannt. Aber jetzt wird´s a bissl kompliziert:
Nun bin ich heute neben einer Bundesstraße an einer Stelle stehen geblieben, die mir schon vor einigen Jahren als für Insekten äußerst spannend aufgefallen ist (so viele Bockkäfer, Wanzen, Wespen etc. hab ich noch nie auf einer so kurzen Strecke gesehen, ein paar Bilder dann noch hinten dran - unglaubliche Stelle, natürlich mit vielen Doldenblütlern). Und da haben neben diversen Strauchschrecken (griseoaptera, aptera, 1x fallax) recht viele viridissimas gesungen - dachte ich zumindest. Hab dann einige von den Sängern optisch gefunden, und es war alles cantans, mit einem durchgehenden Gesang! Zu diesem Zeitpunkt war es ca. 15:30 - also eigentlich noch keine Zeit, zu der cantans schön langsam in ihren Nachtgesang reinkippt.
Dort haben aber alle so gesungen, deshalb hab ich mich zu folgender Überlegung hinreißen lassen (oder ist das möglicherweise eh nix Neues oder kompletter Blödsinn?): Heute war ja ein recht kühler Tag (ca. 19 °C), deswegen ist es vielleicht nicht die Nacht, die cantans zu ihrem durchgehenden Nachtgesang bewegt, sondern einfach nur die Temperatur - denn in der Nacht ist es ja bekanntlich auch kühler. Wenn dem so ist, frag ich mich in weiterer Folge, warum sie dann einen längeren Vers vorträgt? Zwar etwas niedriger in der Frequenz, aber länger andauernd als untertags.
Zusammengefasst: Cantans singt anscheinend an kühlen Tagen sowie des nächtens durchgehend - aber warum?
Ein paar Kilometer weiter hab ich aus dem Auto in einem Feld wieder so wie vorher einige cantansen gehört, dazwischen aber auch 2 oder 3 definitive viridissimas - deutlich langsamer und, obwohl nicht unbedingt leiser, wesentlich feiner im Klang.
Da fragt man sich dann schon, was man jetzt notieren soll...
Hoffe, es kann jemand trotz dieser wirren Beschreibung nachvollziehen, was ich meine..(?)
Jetzt noch ein paar Fotos..:

Moschusbock (Aromia moschata) und Streifenwanzen (Graphosoma lineatum) im trauter Zweisamkeit - auf jeder zweiten Dolde schaut´s dort so aus..

Moschusbock (Aromia moschata) und der Braune Weichkäfer (Rhagonycha fulva)
Muss mich Manuels Ansicht anschließen - die Kleine Goldschrecke ist definitiv eine der Schönsten bei uns überhaupt - fast schon kitschig;-) - sogar mit fehlendem Hinterbein..

Rote Keulenschrecken (Gomphocerippus rufus) gab´s dort in allen erdenklichen Altersstufen und Farben. @Christine: Ich weiß nicht, wo genau Du daheim bist, aber achte besonders auf die - ich hab das Gefühl, die gibt´s in Kärnten fast überall.. Sind leicht zu erkennen an den keulenförmigen und mit einer weißen Spitze versehenen Antennen.


Und schließlich noch eine stinknormale Pholidoptera griseoaptera - trotz ihrer Häufigkeit ein enorm schteiles Ding!

LG,
Günther